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Notgroschen aufbauen: Wie viel, wo anlegen und 7 Tipps zum Durchhalten

Von Credizen Redaktion Lesezeit: 7 Min.

Auto kaputt, Waschmaschine defekt, plötzliche Krankheit — ohne Rücklage führen solche Situationen direkt in den teuren Dispo. Jeder dritte Deutsche hat keinen Notgroschen. Dabei lässt er sich schon mit 25 Euro im Monat aufbauen.

Notgroschen-Rechner: Ihr persönliches Ziel

Addieren Sie Ihre monatlichen Grundausgaben:

  • Miete (warm): _____ €
  • Lebensmittel: _____ €
  • Versicherungen: _____ €
  • Transport: _____ €
  • Sonstiges (Strom, Handy, etc.): _____ €
  • Summe × 3 = Ihr Minimum-Notgroschen: _____ €
  • Summe × 6 = Ihr Komfort-Notgroschen: _____ €

Wie viel Notgroschen brauche ich? (Faustregeln)

Lebenssituation Empfehlung Beispiel (1.500€/Mon.)
Beamter / fest Angestellter3 Monatsausgaben4.500 €
Angestellter (normaler Kündigungsschutz)3-4 Monatsausgaben4.500-6.000 €
Familie mit Kindern4-6 Monatsausgaben6.000-9.000 €
Selbstständiger / Freiberufler6-9 Monatsausgaben9.000-13.500 €
Alleinverdiener-Haushalt6 Monatsausgaben9.000 €
Immobilienbesitzer5-6 Monatsausgaben + Rücklage10.000+ €

Wo Notgroschen anlegen: Vergleich

Anlageform Zinsen (ca.) Verfügbarkeit Geeignet?
Tagesgeldkonto2,5-3,5%1-2 Tage✅ Ideal
Geldmarktkonto3,0-3,5%1-3 Tage✅ Gut
Separates Girokonto0,0-0,5%Sofort⚠️ Ok (kein Zins)
Festgeld (6-12 Mon.)3,0-3,8%Erst nach Laufzeitende❌ Zu unflexibel
ETF / AktienCa. 7% langfristig2-4 Tage (Kursrisiko!)❌ Kursrisiko

7 Tipps zum Notgroschen-Aufbau

1

Dauerauftrag am 1. des Monats

"Pay yourself first" — bevor Sie Geld für anderes ausgeben, geht die Sparrate automatisch aufs Tagesgeld. Auch 25€ reichen als Start.

2

Separate Bank nutzen

Der Notgroschen gehört nicht auf Ihr Girokonto! Separates Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank — aus den Augen, aus dem Sinn (aber gut verzinst).

3

50%-Regel für Windfall-Geld

Steuererstattung, Bonus, Geschenk, Cashback — die Hälfte aller "Extra-Einnahmen" fließt direkt in den Notgroschen. Die andere Hälfte dürfen Sie genießen.

4

30-Tage-Regel für Spontankäufe

Wollen Sie etwas kaufen, das nicht dringend ist? 30 Tage warten. Wollen Sie es danach immer noch? Dann kaufen Sie es. Meistens nicht.

5

Zwischenziel: 1.000 Euro

Das erste Ziel ist nicht 9.000€ — sondern 1.000€. Damit decken Sie die häufigsten Notfälle (Reparaturen, Arztkosten, kurze Arbeitslosigkeit) schon ab.

6

Kosten senken = schneller aufbauen

Jeder Euro weniger bei Fixkosten (Versicherung wechseln, Abo kündigen, Stromanbieter wechseln) kann direkt in den Notgroschen fließen.

7

Nur für echte Notfälle nutzen

Notgroschen = Waschmaschine kaputt, Autoreparatur, Jobverlust. NICHT: Urlaub, neues Smartphone, Sale-Angebot. Definition vorher festlegen.

Häufige Fragen zum Notgroschen

Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?

Die Faustregel: 3-6 Monatsausgaben (nicht Monatsgehälter!). Berechnung: Addieren Sie alle monatlichen Fixkosten + variable Grundausgaben. Beispiel: Miete (800€) + Lebenshaltung (400€) + Versicherungen (100€) + Transport (80€) + Sonstiges (120€) = 1.500€/Monat. Notgroschen-Ziel: 4.500-9.000€. Für Selbstständige und Freiberufler empfehlen wir 6-9 Monatsausgaben, da Einkommensschwankungen größer sind. Für Beamte und fest Angestellte mit Kündigungsschutz können 3 Monate ausreichen.

Wo lege ich den Notgroschen an?

Der Notgroschen muss drei Kriterien erfüllen: (1) Sofort verfügbar (innerhalb 1-2 Tage). (2) Kein Kursrisiko. (3) Einlagensicherung (max. 100.000€ pro Bank). Geeignet: Tagesgeldkonto (aktuell 2,5-3,5% Zinsen), Geldmarktkonto, separates Girokonto. NICHT geeignet: Festgeld (nicht sofort verfügbar), Aktien/ETFs (Kursrisiko), Sparbuch (zu langsam bei Auszahlung), Kryptowährung. Tipp: Separates Tagesgeldkonto bei einer anderen Bank — verhindert impulsiven Zugriff und bietet oft bessere Zinsen als die Hausbank.

Soll ich zuerst Schulden tilgen oder Notgroschen aufbauen?

Beides gleichzeitig — aber in der richtigen Reihenfolge: Phase 1: Mini-Notgroschen von 500-1.000€ aufbauen (1-2 Monate). Das verhindert, dass Sie bei der nächsten Waschmaschinen-Reparatur wieder in den Dispo müssen. Phase 2: Schulden tilgen (besonders teure wie Dispo und Kreditkarte). Phase 3: Notgroschen auf 3-6 Monatsausgaben aufstocken. Warum nicht zuerst alles in Schulden? Ohne Notgroschen landen Sie bei jeder unerwarteten Ausgabe wieder im teuren Dispo — ein Teufelskreis.

Wie baue ich einen Notgroschen auf, wenn kaum Geld übrig bleibt?

Auch mit wenig Budget funktioniert es — es dauert nur länger: (1) Starten Sie mit nur 25€/Monat per Dauerauftrag. In 20 Monaten haben Sie 500€. (2) Rundungs-Trick: Runden Sie jede Kartenzahlung auf den nächsten vollen Euro auf — das sind 30-50€/Monat extra. (3) Jede unerwartete Einnahme kommt zu 50% auf den Notgroschen (Steuererstattung, Cashback, Geburtstagsgeld). (4) 30-Tage-Regel: Vor jedem Spontankauf 30 Tage warten — Sie werden vieles gar nicht mehr kaufen. (5) Ein Wochenende pro Monat als "Null-Euro-Tag" planen (kostenlose Aktivitäten). Das Wichtigste: Anfangen, auch wenn es nur 10€ sind.

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Rechtlicher Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Finanzbildung und stellt keine Anlageberatung dar. Zinssätze können sich ändern. Prüfen Sie aktuelle Konditionen direkt beim jeweiligen Anbieter. Stand: Februar 2026.

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